Alles ist gut gegangen

Alles ist gut gegangen

Alles ist gut gegangen

# k.eck 177

Alles ist gut gegangen

An einem dieser herrlichen warmen Sommertage  fuhr wie so oft ein Auto in die engen Gassen unserer Altstadt, weil das Navi es dorthin führte. Das Sackgassenschild mit dem Zusatz, dass es keine Wendemöglichkeit gäbe, wurde auch in diesem Fall übersehen. 

So stand auch dieser Autofahrer am Ende der immer enger werdenden Gasse vor einem Pfosten, der nicht zu entfernen war. 

Es gab kein Vor oder Zurück und das Ehepaar saß in seinem SUV fest. 

Geistesgegenwärtig stieg der etwas ältere Fahrer aus und stellte die schweren Blumentöpfe an der Straße vor den Häusern zur Seite. Man musste aber kein Mathematiker sein, um zu sehen, dass er auch dadurch nicht durch Hauswand und Pfosten  passte. Schon einmal hatte ich einer Autofahrerin aus der Enge geholfen, aber in diesem Fall schien mir das Auto, ein SUV, zu groß zu sein für eine gefahrlose Rückwärtsfahrt  aus der Gasse. Meine Rückwärtsfahrfähigkeiten  reichten hier nicht aus. 

Ich sprach also einen danebenstehenden, Fischbrötchen essenden Touristen an, ob er sich vorstellen könne, hier zu helfen und meinte mit einem schelmischen Lachen, dass er vielleicht monetär entlohnt werden könne.  Der Besitzer des Autos blickte verzweifelt und der Tourist stimmte zu. Mühsam und mit  großen Schwierigkeiten bugsierte er den SUV rückwärts aus der Gasse zurück. Er bekam tatsächlich Geld von dem jetzt erleichterten Ehepaar,  steckte es ein und ging seines Weges.

Ich staunte nicht schlecht und fragte mich, ob die ganze Rettungsaktion auch ohne meine Idee der monetären Entlohnung von statten gegangen wäre.

Sicherlich, ganz sicherlich.

Die Hoffnung, dass der Mensch gut ist, stirbt zuletzt.

Anja von Waldow

Dies könnte Sie auch interessieren

0
Feed